Zu viel Stress und zu wenig Schlaf? Hier sind 6 unschlagbare Tips für mehr Zeit!

Gründer sind in der Regel hochmotiviert und vertiefen sich nicht selten tage- und nächtelang in ihre Arbeit. Schlafen ist etwas für den Sonntag und überhaupt, gibt es keine Zeit zu verlieren. In bestimmten Situationen, etwa vor wichtigen Terminen, ist dies unumgänglich und manchmal macht es ja auch Spaß, wenn das ganze Team mitspielt.

Wer dieses Verhalten zur Gewohnheit werden lässt, riskiert jedoch ernsthafte Konsequenzen für seine Gesundheit.

Vor rund 1,5 Jahren ist in London bei Merrill Lynch ein Praktikant wegen Überarbeitung gestorben. Infolge von massivem Stress bekam der deutsche Praktikant Moritz E. einen Schlaganfall und brach zusammen. Moritz E. hatte zuvor 3 Tage durchgearbeitet. Ein Einzelfall? Keineswegs!

 

Wenn der Stress zu groß wird, reagiert der Körper. Oft werden die Auswirkungen jedoch nicht der richtigen Ursache zugeordnet. Treten infolge von Stress Symptome wie Augenzucken, Haarausfall oder etwa Hautausschlag auf, sollte dies als Warnung des Körpers ernst genommen werden. Der Körper sucht sich ein Ventil. Ist die Kraft des Körpers dann aufgebraucht, drohen ernste Folgen. Angefangen beim Burnout bis hin zum Versagen von Organen.

Aber selbst wenn man noch weit davon entfernt ist, machen sich Schlafmangel und daraus resultierende Übermüdung in der Leistungsfähigkeit bemerkbar. Den schlechtesten Deal, den wir also machen können, ist zugunsten der Arbeit auf Schlaf zu verzichten. Eine Axt, die benutzt wurde, muss auch nachgeschliffen werden. Wir brauchen Erholung, um ausreichend Energie für die Erreichung unserer Ziele aufbringen zu können.

 

Was kann man also tun, um Stress durch zu hohe Arbeitslast zu verringern?

1. Sourcing
Auch ohne Team im Rücken und mit nur kleinem Budget sollte man sich Gedanken machen, welche Aufgaben durch externe Mitarbeit abgedeckt werden können. Zum Beispiel Recherchearbeiten, das Zusammentragen von Daten jeglicher Art oder das Schreiben von Texten. Sobald die Aufgaben identifiziert wurden, stehen eine ganze Reihe von Seiten im Netz zur Verfügung, auf denen man die geeigneten Ressourcen für die Erledigung der Aufgaben findet. Das Schöne ist, dass man keine Langzeit-Arrangements mehr eingehen muss. Tausende von Freelancern weltweit warten nur darauf, Micro-Jobs anzunehmen.

Hier eine kurze Liste einschlägiger Seiten zum Thema:
http://www.fiverr.com
http://www.onlinejobs.ph
http://www.elance.com
http://www.freelancer.com
http://www.guru.com
http://www.odesk.com

Ich habe bisher nur mit Fiverr und Odesk gearbeitet, bin jedoch überwiegend begeistert, welche Qualität man für teilweise sehr kleines Geld bekommt.

Einziger Wehrmutstropfen… Nur wenige, der auf diesen Seiten vertretenen Anbieter, sprechen deutsch. Ist die deutsche Sprache Voraussetzung für die Erledigung der jeweiligen Aufgabe, schränkt dies den Kreis der potentiellen Kandidaten natürlich ein.

 

2. Fokus
Schon klar, das klingt jetzt nach Standard-Geschwafel. Wie soll man fokussieren, wenn 10 Dinge gleich wichtig sind. Aber Fakt ist auch, dass viele Menschen bei Überlastung wie bei einer Reizüberflutung reagieren und anstatt einfach anzufangen, blockiert sind und nichts tun oder tausende Dinge gleichzeitig tun und sich dabei verzettelt. Was man dann hört, sind Aussagen wie „Ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll.“ oder „Egal, womit ich beginne, ich werde eh nicht rechtzeitig fertig“. Man muss sich überlegen, wie die gleiche Situation aussähe, wenn man einen Mitarbeiter hätte, der so reagiert. Welche Aufgabe würde man ihm zuerst geben? Natürlich, die mit dem höchsten Risiko für das Projekt, für das Produkt für die Firma und so weiter.

Grundsätzlich, gibt es bei nicht zu haltenden Terminen aufgrund der Fülle an Aufgaben drei Möglichkeiten.

A: Outsourcing!

B: Man setzt/vereinbart neue/realistische Termine und fokussiert sich auf eine Aufgabe – macht dann aber auch nichts anderes bis die Aufgabe erledigt ist.

C: Man fängt alles gleichzeitig an und entschuldigt sich bei seinen Investoren, oder wer auch immer Stakeholder ist, für den verpassten Termin mit den Worten „Aber wenigstens haben wir schon angefangen…“.

Dass Option C die schlechteste Wahl ist, leuchtet ein. Komplett auf Schlaf zu verzichten, sollte keine Option sein!

 

3. Prioritäten setzen und Prozesse optimieren

Dies steht in einem engen Zusammenhang mit dem Fokus, geht aber noch einen Schritt weiter. Nicht alle Aufgaben, die Gründer und Selbständige tagtäglich auf ihrer Agenda haben oder vor sich herschieben, leisten einen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Daher ist es wichtig, alle Aufgaben und Prozesse genau unter die Lupe zu nehmen und zu überlegen, ob und inwieweit sie einen wertschöpfenden Beitrag leisten. Tun sie das nicht, sind sie zu eliminieren. Leisten sie einen Beitrag, sollte geprüft werden, wie sie optimiert und ggf. automatisiert werden können.

 

4. Ordnung halten
Jetzt mal Hand aufs Herz: Wie ordentlich ist Euer Schreibtisch, wie aktuell ist Eure Ablage und wie strukturiert Euer Dateisystem? Sind alle Rechnungen korrekt abheftet und wo steht der Ordner mit den Kontoauszügen. Wo sind eigentlich die Kontoauszüge?

Ordnung ist nicht nur das halbe Leben, sondern spart auch Zeit und reduziert den Stress, der sich beim Suchen aufbaut. Daher gilt, haltet Eure Arbeitsbereiche stets ordentlich, strukturiert und aktuell. Wenn Ihr diese Tätigkeiten regelmäßig durchführt, häuft sich zum einen der Berg auf dem Schreibtisch nicht zu sehr und sieht daher schöner aus, sondern ihr arbeitet wesentlich effizienter, was wiederum die wahrgenommene Arbeitslast reduziert.

 



 

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5. Nein sagen
Wie viel schon darüber geschrieben wurde! Und wie alles, nutzt sich auch dieses Thema bei inflationärem Gebrauch ab. Ich erwähne es hier dennoch, da es einfach wichtig ist NEIN zu sagen. Es geht nicht darum, Andere abzulehnen, aber wenn es darum, geht den eigenen Tag, die Woche, den Monat zu gestalten, sollte Dir niemand reinreden dürfen. Sonst verfolgst Du die Ziele anderer Menschen, welche nicht unbedingt die Deinen sind! Die Konsequenzen bekommt man nicht immer sofort zu spüren aber Deine Ziele können in infolge Dessen schnell in unerreichbare Ferne rücken.

 

6. Ausgleich schaffen
Kurz gefasst: Hobby suchen und die Zeit dafür fest einplanen, ohne Ausreden! Wenige Minuten am Tag helfen schon. Eine Stunde ins Fitness-Center oder etwa eine halbe Stunde im Bastelkeller. Was auch immer!

What? Wie soll mir eine zusätzliche Aktivität in meinem eh schon engen Zeitplan denn eine Erleichterung sein?

Ganz einfach. Wer sich zum Ende des Tages auf ein anderes Thema als die Arbeit konzentriert, etwas, das einem auch noch Spaß macht, macht seinen Kopf vor dem Schlafengehen frei! Dies führt zu besserem Schlaf und hilft auch dabei, die Gedanken zu sortieren, Prioritäten zu setzen und somit den Denkapparat zu re-kalibrieren. Die Konsequenz daraus ist eine höhere Leistungsfähigkeit, qualitativ wie auch quantitativ. Übrigens ist erwiesen, dass regelmäßige sportliche Betätigung – echter Sport, nicht nur mal Treppen steigen – geistige Leistungsfähigkeit und Kreativität erhöhen.

 

Egal, welchen der Tipps Ihr umsetzt, optimal wären natürlich alle, aber jeder Schritt ist ein Schritt … Das Wichtigste ist: Seid konsequent, keine Ausreden, keine Vorwände oder vorgeschobenen Gründe. Seid konsequent und ihr werdet sehen, wie effektiv und effizient Ihr arbeiten könnt!

 

Ganz nebenbei, sieht man ohne Augenringe auch einfach gesünder aus.

Jens Winter

Jens Winter

Jens Winter hat in den letzten 16 Jahren Unternehmen in verschiedenen Branchen nach Eigengründung bzw. Beteiligung oder Mitarbeit erfolgreich mit aufgebaut.

Als typischer Team Player hat Jens Winter ein breites Wissen in den Bereichen Geschäftsgründung und -entwicklung, Prozessdesign, Produktstrategie, Branding und Marketing aufgebaut und teilt sein KnowHow nun als Initiator von SmartFounders.de
Jens Winter

1 Comment on this Post

  1. Eine wirklich nützliche Liste! Ich versuche die Punkte auch so weit es geht zu verwirklichen, und ich muss sagen, dass als Unternehmer gerade der scheinbar am langweiligsten klingende Punkt „Prozesse optimieren“ einer der effektivsten ist. Denn sind gewisse Prozesse einmal optimiert, sparst Du tagtäglich damit Zeit ein, ohne dass Du wieder aktiv etwas dafür tun musst, außer die Prozesse hin und wieder ein wenig zu justieren.

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