Tricks und Kniffe bei der Beantragung einer KfW-Förderung

Um aus einem StartUp ein erfolgreiches Unternehmen zu entwickeln, ist zunächst die Erarbeitung eines belastbaren Geschäftskonzeptes erforderlich. Ein professioneller Businessplan durchleuchtet das Konzept aus den verschiedensten Blickwinkeln, zum Beispiel im Bezug auf das Marktpotenzial, die effektivsten Vertriebswege sowie die optimale Preiskalkulation, und dient nicht zuletzt als Verhandlungsbasis für Finanzierungsgespräche. Die gezielte Förderung von kompetenter Unterstützung in dieser wichtigen konzeptionellen Phase erfolgt in Form des Gründercoachings, das durch die KfW bezuschusst werden kann.

 

Wichtige Hinweise zum Gründercoaching für ein StartUp

– Der Förderung unterliegen weder Gründungs- noch Steuer-, Rechts-und Versicherungs-Beratungen. Ausgeschlossen sind ebenfalls ausländische Standorte, große und Unternehmen in Schwierigkeiten sowie spezielle Branchen, wie zum Beispiel Unternehmens- und Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sowie Landwirtschaft, Aquakultur und Fischerei.
– Förderfähig sind in erster Linie das typische StartUp-Unternehmen, Unternehmensnachfolger oder auch Geschäftsführer, die sich am eigenen Unternehmen beteiligen.
– Im Mittelpunkt des Gründercoachings stehen die Optimierung des Geschäftskonzeptes mit all seinen Komponenten, die Vorbereitung der Finanzierungsgespräche sowie die Entwicklung oder Optimierung von Controlling-Systemen und des Personalwesens.
– Ein StartUp kann diese Förderung innerhalb der ersten fünf Jahre nach seiner Gründung in Anspruch nehmen, wenn sich die eigenen Erfolgsaussichten dadurch deutlich erhöhen lassen.
– Die maximale Höhe des geförderten Beraterhonorars beträgt 6.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer, wobei die Förderquoten vom Standort des Unternehmens abhängen. Für ein StartUp in den neuen Bundesländern oder in Lüneburg werden 75 Prozent übernommen, in den restlichen Bundesgebieten beträgt die Förderung 50 Prozent des maximierten Honorars.

Umsichtige Vorgehensweise auf dem Weg zur Förderung

1. Zunächst ist es wichtig, den geeigneten Berater zu finden, denn nicht jeder Unternehmensberater ist bei der KfW gelistet und somit förderfähig. Unter dem Link https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/… können Sie direkt die Suche starten und mit verschiedenen Kandidaten Sondierungsgespräche vereinbaren.

Besprechen Sie bitte im Vorfeld ganz klar
– Ihr Geschäftsfeld und Ihre Ziele,
– das Beratungshonorar und
– die voraussichtliche Dauer für die Erledigung des Beratungsauftrages.

Wichtig: Lassen Sie sich Referenzen vorlegen, um die Kompetenz des Beraters einschätzen zu können. Grenzen Sie ganz klar ab, welche Vorstellungen Sie von seiner Arbeit haben. Wenn es um die Vorbereitung der Finanzierung geht, sollten Sie sich die Reputation des Beraters bei den verschiedenen Banken und bei alternativen Finanzierungsgebern explizit darlegen lassen.

2. Haben Sie Ihre Wahl getroffen, ist zunächst der Antrag auf Förderung zu stellen. Dazu hat zum einen das StartUp einige Formulare auszufüllen, aber auch der Gründercoach muss eine Stellungnahme einreichen. In der Regel übernimmt der Berater die Weiterleitung der Unterlagen an die zuständige Regionalstelle, damit die KfW die Prüfung schnell erledigen kann.
Wichtig: Unterzeichnen Sie den Beratungsvertrag erst, wenn Ihnen die Zusage der Förderung durch die KfW zugegangen ist.

3. Wurde die Förderung zugesagt, schließen Sie den Vertrag mit klar definierten Zielen und arbeiten gemeinsam mit dem Coach alle geplanten Schritte ab. Auch als StartUp haben Sie Anspruch auf Qualität: Wenn Ihnen das Ergebnis nicht zusagt, sprechen Sie dies direkt an und lassen Sie im Bedarfsfall nacharbeiten. Die Listung des Beraters bei der KfW ist an hochwertige Arbeit gebunden.

4. Um die Förderung zu erhalten, müssen Sie innerhalb von sechs Monaten nach Zusage den Abschlussbericht Ihres Gründercoachs, die Abrechnung und den Verwendungsnachweis sowie einen Kontoauszug als Beleg für die Bezahlung Ihres Eigenanteils und der Mehrwertsteuer bei der KfW einreichen.
Hinweis: Diese Frist lässt sich verlängern, wenn dies für Ihr Vorhaben sinnvoll und plausibel darzustellen ist. Achten Sie auf den Termin und nehmen Sie bei Bedarf mit der KfW direkt Kontakt auf.

 

Wichtige Tipps

– Die Auswahl eines passenden Beraters sollte sich zum einen auf die persönliche Chemie, zum anderen aber auch auf seine Erfahrungen, Kontakte und Kompetenzen beziehen. Bewegen Sie sich in einer speziellen Marktnische, sollte er dieses Thema auch beherrschen.

– Der Beratervertrag wird eine Abtretung der Förderung enthalten, um den Coach sicherzustellen. Das ist in Ordnung, solange Sie erst unterzeichnen, nachdem Ihnen die Zusage von der KfW zugegangen ist.

– Je konkreter Sie das Ziel der Beratung vertraglich vereinbaren, umso besser lässt sich die Beratungsleistung beurteilen. Als StartUp haben Sie nichts zu verschenken, Sie sollten auf dem größtmöglichen Effekt durch das Coaching bestehen.

– Die Förderung hängt entscheidend davon ab, dass Sie zum einen schon gegründet haben und zum anderen auch zuverlässig in der Lage sind, den Eigenanteil sowie die Mehrwertsteuer zu bezahlen. Solange dieser Nachweis nicht erbracht wird, erhalten Sie keine Zuschüsse.

Jens Winter

Jens Winter

Jens Winter hat in den letzten 16 Jahren Unternehmen in verschiedenen Branchen nach Eigengründung bzw. Beteiligung oder Mitarbeit erfolgreich mit aufgebaut.

Als typischer Team Player hat Jens Winter ein breites Wissen in den Bereichen Geschäftsgründung und -entwicklung, Prozessdesign, Produktstrategie, Branding und Marketing aufgebaut und teilt sein KnowHow nun als Initiator von SmartFounders.de
Jens Winter

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