Neukundenakquise leicht gemacht: So finden Freelancer neue Aufträge

Gründe für den Weg in die Freiberuflichkeit gibt es viele: Vielleicht hat man einige Enttäuschungen als Festangestellter erleben müssen oder hegte schon lange den Wunsch, seine Arbeitszeiten frei einteilen zu können. Da klingt es umso verlockender, sein eigener Chef werden zu können.

Sicher kommt mit dem Freelancer-Dasein eine neugewonnene Freiheit hinzu. Doch auch einige Verpflichtungen stehen ins Haus. Neben Buchhaltung und selbstständiger Arbeitsorganisation gehört dazu auch die Neukundenakquise. Denn ohne Kunden keine Aufträge und ohne Aufträge kein Geld.

Doch keine Panik: Neue Kunden an Land zu ziehen ist im digitalen Zeitalter leichter als jemals zuvor. Auch wenn die Konkurrenz groß ist. Wer sich auf den richtigen Portalen umsieht und geschickt Networking betreibt, wird schnell einen festen Kundenstamm verzeichnen – und diesen bei Bedarf immer weiter ausbauen können.

 

Auftraggeber finden: Alles eine Frage des Mediums

 

Schritt 1: Berufliche und soziale Netzwerke nutzen

In einem ersten Schritt sollten Freelancer sich bekannt machen. Am besten mit einem professionellen Auftritt im World Wide Web. Hervorragende Anlaufstellen hierzu sind soziale Berufs-Netzwerke wie XING oder Linkedin. Selbst ein professionelles Profil bei Facebook kann Sinn ergeben. Etwa wenn man sich als Experte positionieren möchte. Wichtig: Auch wenn Facebook überwiegend privat genutzt wird – ein schickes Foto macht auch hier viel her. Dabei sollte man jedoch darauf achten, dass es auch zur jeweiligen Branche passt. Das letzte Urlaubsfoto in Badehose macht sich als selbstständiger Bankberater sicherlich nicht so gut. Hier sollte man seriös in Sakko auftreten. Übt man dagegen einen kreativen Beruf ist – ist etwa Onlinedesigner – reicht ein nettes Portraitfoto im Lieblingshemd vollkommen aus.

 

Schritt 2: Ein Online-Portfolio einrichten

Gerade in kreativen und künstlerischen Berufen ist es wichtig, seine bisherigen Arbeiten den möglichen Neukunden zu präsentieren. Wer nicht eine eigene Website mit seinem Portfolio erstellen kann oder möchte, kann Dienste wie Carbonmade nutzen. Damit lässt sich spielend leicht ein ansprechendes Online-Portfolio erstellen. Über einen eigenen Link können die bisherigen Arbeiten dann möglichen Neukunden zugespielt oder auf sozialen Netzwerken geteilt werden.

 

Schritt 3: Freelancer-Gruppen beitreten

Auch soziale Netzwerke wie Facebook eignen sich hervorragend für die Gewinnung neuer Aufträge. Hier haben sich über die Jahre einige Freelancer-Gruppen mit beachtlich hoher Mitgliederzahl gebildet, über die Agenturen und Co. meist kurzfristig freiberufliche Fachkräfte rekrutieren. Besonders empfehlenswert sind die Gruppen Freelance Factory und Freelance Jobs/Fulltime Jobs. Aber Vorsicht: Wirklich interessante Gesuche werden auch von der Konkurrenz schnell erkannt. Bei mehreren tausend Mitgliedern gilt hier oft „Wer zuerst kommt malt zuerst“.

 

Schritt 4: Bei Jobbörsen vorbeischauen

Wer glaubt, auf Jobbörsen finden sich nur Ausschreibungen für Festanstellungen oder Praktika, der irrt. Über entsprechende Filterfunktionen können auch Freelancer ganz einfach offene Stellengesuche für sich entdecken. Oder aber man nutzt gezielt einen Online-Stellenmarkt für Freelancer wie dasauge. Hier kann man per Klick nach Freelancer-, Praktikums- und Festjobs filtern. Wenn eine Ausschreibung gefällt, lässt sich das Unternehmen sofort anschreiben. Dann heißt es nur noch abwarten und Daumen drücken. Übrigens: Auch XING verfügt mittlerweile über eine eigene Jobbörse für Freelancer. Über den Abschnitt „Projekte“ können sich Freiberufler unterschiedlichster Branchen unkompliziert nach neuen, spannenden Herausforderungen umsehen.

 

Schritt 5: Mit Headhuntern zusammenarbeiten

Viele Headhunter suchen nicht nur Fachkräfte für Festanstellungen, sondern sind auch häufig für Unternehmen auf der Suche nach hervorragenden Freelancern. Einige Headhunter – aber auch Jobvermittlungs-Agenturen – verfügen über einen Pool, in dem sie die Bewerbungsunterlagen möglicher Kandidaten gemäß ihrer Fähigkeiten und Verfügbarkeit hinterlegen. Zwei unter ihnen sind Headmatch und BetterHeads. Solche Agenturen haben einen entscheidenden Vorteil: Freelancer laufen nicht Gefahr, als Scheinselbstständig zu gelten, sofern sich ein Auftrag auch einmal über längere Zeit hinzieht.

 

Schritt 6: Kundenkontakte pflegen

Auch wenn eine Bewerbung als Freelancer einmal abgelehnt werden sollte oder die Projektstelle bereits besetzt wurde, lohnt es sich, mit dem potenziellen Kunden weiterhin Kontakt zu halten. Man weiß nie, wann sich spontan neue Projekte auftun und Unternehmen auf die Schnelle doch eine fachkundige Aushilfe benötigen. Gleiches gilt selbstverständlich auch für den bereits bestehenden Kundenstamm: Ein kleines Geschenk zu Weihnachten und eine nette Grußkarte zum Geburtstag des Ansprechpartners weckt einen immer wieder in die Erinnerung der Kunden und kann auch bei Stammkunden einen neuen Auftrag bedeuten.

 

Immer schön am Ball bleiben

Die eben genannten Tipps und Quellen zur Gewinnung neuer Aufträge können Freelancern bei der Neukundenakquise das Leben erleichtern. Doch bringen berufliche Netzwerke, ein tolles Online-Portfolio und die Mitgliedschaft in Freelancer-Gruppen herzlich wenig, wenn man sie nicht nutzt. Wer auf Dauer erfolgreich sein Geschäft ausbauen möchte sollte daher regelmäßig auf den entsprechenden Portalen vorbeischauen und checken, was der Freelancer-Arbeitsmarkt gerade zu bieten hat. Auch die kontinuierliche Pflege des eigenen Online-Auftritts ist ein Muss. Beherzigt man all diese Punkte, steht einer erfolgreichen Neukundengewinnung aber nichts im Weg.

Annemarie Cornus

Annemarie Cornus

Annemarie Cornus unterstütz das SmartFounders.de – Team seit August 2015. Seit ihrem erfolgreich abgeschlossenem Master-Studium der Medienwissenschaft, arbeitete Annemarie für verschiedene Digitalagenturen als Texterin & Konzepterin und ist mittlerweile freiberuflich tätig.
Annemarie Cornus